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Menschliche Sprachverarbeitung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Zu den Faktoren gehoren sowohl strukturelle als auch nicht-strukturelle Strategien. Diese Strategien herauszuarbeiten und ihre Plusibilitat empirisch zu uberprufen, ist eine zentrale Aufgabe der Forschungen zur Sprachverarbeitung.
Seit Cuetos/Mitchell (1988) beschaftigen sich viele Forscher mit der Anwendungsmoglichkeiten der universalen Prinzipien, die durch mit dem Disambiguierungsproblem von Anbindungsalternativen des Relativsatzes behandelnden Experimente vorgelegt sind.
Nach sprachuniversaler Ansicht stimmt die 'Predicate Proximity' (High Attachment) mit 'Recency' (Low-Attachment, late-closure) nicht uberein, die in den meisten Sprachverarbeitungen angenommen ist. Wenn die Anwendung einer bestimmten Praferenzen den sprachuniversalen Bedingungen zufolge ware, musste es da doch keine sprachspezifischen Unterschiede geben. Aber bislang ist keine dafursprechende Evidenz vorgegeben. Noch ein weiterer Betrachtungspunkt, der in solcher Problemdarstellung eingeschlossen ist, ist, dass der Recency-Effekt jedoch Erklarungsfahiger ist als Predicate Proximity in dem Sinne, dass Recency kurzeren Weg fur die Anbindung nimmt als Predicate Proximity und damit fur working memory noch kurzren Weg in kognitiver Ansicht schafft.
In dieser Arbeit werden wir die Anbindungspraferenzen von Relativsatzen im Deutschen als Zweitsprache untersuchen. Das Forschungsergebnis wird mit den vorangehenden Untersuchungsergebnisse vergliechen, die durch die ganz analogen Untersuchungen im Koreanischen eingefuhrt worden sind. Wir werden damit eine neue empirische Evidenz vorzulegen und weiter die Erklarbarkeit der sprachspezifischen bzw. sprachuniversalen Strategien zu uberprufen, die aus den bisherigen Forschungsergebnisse vorgeschlagen sind.
Durch diese Untersuchung ist neue Evidenz geliefert worden, die eindeutig fur Predicate Proximity spricht. Auf diese Evidenz sollt m. E. besonderer Wert gelegt werden, weil das Koreanische in der Reihenfolge zwischen Relativsatz und Kopfnomen mit Deutschen nicht identisch ist: Im Koreanischen geht der Relativsatz (alnders als im Englischen, Deutschen, Niederlandischen, Spanischen usw.) dem Kopfnomen voran.
a. NP V [NP1 of NP2] RC (영어)
Someone visited the daughter1 of the teacher2 who came from Germany.
b. NP V [NP1 der/des NP2] RC (독일어)
Jemand erschoss die Dienerin1 der Schauspielerin2, die auf dem Balkon war.
c. NP RC [NP2 의 NP1] V
그는 나를 사랑한 이 검사2 의 형1을 잘 안다.
Es liegt aber nahe, dass die Verarbeitung von Zweitsprache von mehreren heterogenen Faktoren beeinflusst werden kann. Was fur Faktoren welche Rolle dabei spielen, lasst sich nur durch zukunftige Untersuchungen feststellen.
#언어처리 Sprachverarbeitung
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#언어이해 Sprachverstehen
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