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자료유형
학술저널
저자정보
(부산대학교)
저널정보
한국독일언어문학회 독일언어문학 독일언어문학 제27호
발행연도
수록면
183 - 205 (23page)

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In dem Lustspiel ?Der Schwierige? spiegelt sich die Problematik der fruhen Moderne wider. Die typischen Probleme und Widerspruchlichkeiten der Umbruchszeit um den Ersten Weltkrieg treten auch bei den Figuren des Stuckes auf. Da gibt es zunachst den leichtlebigen Diener Vinzenz, der, uninteressiert am Wohlergehen seines Herrn, nur um seine eigenen Zukunftsaussichten bemuht ist. Der Sekretar Neugebauer ist egozentrisch und materiell; der norddeutsche Baron Neuhoff kaltherzig und scheinheilig im standigen Wechsel seiner Ansichten. Grafin Edine aus der Wiener Aristrokratie hingegen leidet am Mangel an Geistigkeit ihrer Klasse, und ist standig auf Suche nach Bildung. Selbst der beruhmte Mann, der es außerordentlich genießt, ?als der einzige Vertreter des Geistes in einem rein sozialen Milieu? (L2 215 f.) zu gelten, ist eigentlich genauso eitel und banal wie Edine. So liefert das Stuck ein eher kritisches Bild der Moderne. Mitten in dieser Umwelt voller Widerspruche steht die Hauptperson Hans Karl, der fast vierzigjahrige Kriegsheimkehrer. In seiner Verhaltensweise zeigt sich das Dilemma seiner Generation, die jegliche Orientierung und Identitat verloren hat. Anders als die anderen ist er zwar duldsam, tolerant und menschlich, aber dennoch zu schwach, um sich in seiner Situation selbst zu helfen. Er befindet sich darum in einer vollkommenen Isolation, und ist allen Missverstandnissen schonungslos ausgeliefert. Erst durch Helenes Liebe wird Hans Karl aus dieser Isolation und dem Dilemma gerettet. Sie liebt ihn so wie er ist, und gibt ihm so seine Identitat und Geborgenheit zuruck. Auch wenn die verschiedenen Figuren im Stuck gewisse traditionelle Werte verloren zu haben scheinen, die Ehe bleibt allen als wichtiger Wert erhalten und sie setzen sich sogar dafur ein. Dadurch gewinnt die Ehe von Hans Karl und Helene, der schon aufgrund ihres komplizierten Zustandekommens ein hohes Gewicht zukommt, nochmals an Bedeutung. Hofmannsthal fasst so seine Elemente in dem Lustspiel ?Der Schwierige? zusammen. Er illustriert im Stuck zentrale politische, kulturelle und soziale Zustande und Entwicklungen seiner Zeit und erklart die Ehe zu der Instanz, die dem Zeitgenossen in einem in vielerlei Hinsicht krisenhaften Umfeld Geborgenheit und Sicherheit geben kann. Hofmannsthal entwickelte diese Ehe-Konzeption aus einem besonderen sozio-historischen Zusammenhang heraus. Es geschah in jener krisenhaften Umbruchsphase, die schließlich zum Zusammenbruch des Habsburgerreichs fuhrte. Hofmannsthal gehorte zu jenen Kunstlern, die von diesem Zeitgeschehen besonders betroffen waren und die sich intensiv damit auseinander setzten. Die Ehe-Konzeption Hofmannsthals ist daher weniger als Angelegenheit einer Privatperson zu werten. Sie ist vielmehr die asthetische Strategie eines Autors, dem es darum geht, die Gesellschaft durch die Restauration traditioneller Werte vor politischem Verfall, vor damit verbundener Auflosung des moralischen Wertesystems und vor Orientierungslosigkeit zu bewahren. Die Komodiendichtung eroffnet somit in der Dichtungsgeschichte eine neue Dimension: Sie kann als sozial bestimmte asthetische Strategie einer Utopie gesehen werden, die durch die Wiederbelebung alter Traditionen Barrikaden gegen Werteschwund und Orientierungslosigkeit errichten will.

In dem Lustspiel ?Der Schwierige? spiegelt sich die Problematik der fruhen Moderne wider. Die typischen Probleme und Widerspruchlichkeiten der Umbruchszeit um den Ersten Weltkrieg treten auch bei den Figuren des Stuckes auf. Da gibt es zunachst den leichtlebigen Diener Vinzenz, der, uninteressiert am Wohlergehen seines Herrn, nur um seine eigenen Zukunftsaussichten bemuht ist. Der Sekretar Neugebauer ist egozentrisch und materiell; der norddeutsche Baron Neuhoff kaltherzig und scheinheilig im standigen Wechsel seiner Ansichten. Grafin Edine aus der Wiener Aristrokratie hingegen leidet am Mangel an Geistigkeit ihrer Klasse, und ist standig auf Suche nach Bildung. Selbst der beruhmte Mann, der es außerordentlich genießt, ?als der einzige Vertreter des Geistes in einem rein sozialen Milieu? (L2 215 f.) zu gelten, ist eigentlich genauso eitel und banal wie Edine.So liefert das Stuck ein eher kritisches Bild der Moderne. Mitten in dieser Umwelt voller Widerspruche steht die Hauptperson Hans Karl, der fast vierzigjahrige Kriegsheimkehrer. In seiner Verhaltensweise zeigt sich das Dilemma seiner Generation, die jegliche Orientierung und Identitat verloren hat. Anders als die anderen ist er zwar duldsam, tolerant und menschlich, aber dennoch zu schwach, um sich in seiner Situation selbst zu helfen. Er befindet sich darum in einer vollkommenen Isolation, und ist allen Missverstandnissen schonungslos ausgeliefert. Erst durch Helenes Liebe wird Hans Karl aus dieser Isolation und dem Dilemma gerettet. Sie liebt ihn so wie er ist, und gibt ihm so seine Identitat und Geborgenheit zuruck. Auch wenn die verschiedenen Figuren im Stuck gewisse traditionelle Werte verloren zu haben scheinen, die Ehe bleibt allen als wichtiger Wert erhalten und sie setzen sich sogar dafur ein. Dadurch gewinnt die Ehe von Hans Karl und Helene, der schon aufgrund ihres komplizierten Zustandekommens ein hohes Gewicht zukommt, nochmals an Bedeutung. Hofmannsthal fasst so seine Elemente in dem Lustspiel ?Der Schwierige? zusammen. Er illustriert im Stuck zentrale politische, kulturelle und soziale Zustande und Entwicklungen seiner Zeit und erklart die Ehe zu der Instanz, die dem Zeitgenossen in einem in vielerlei Hinsicht krisenhaften Umfeld Geborgenheit und Sicherheit geben kann. Hofmannsthal entwickelte diese Ehe-Konzeption aus einem besonderen sozio-historischen Zusammenhang heraus. Es geschah in jener krisenhaften Umbruchsphase, die schließlich zum Zusammenbruch des Habsburgerreichs fuhrte. Hofmannsthal gehorte zu jenen Kunstlern, die von diesem Zeitgeschehen besonders betroffen waren und die sich intensiv damit auseinander setzten. Die Ehe-Konzeption Hofmannsthals ist daher weniger als Angelegenheit einer Privatperson zu werten. Sie ist vielmehr die asthetische Strategie eines Autors, dem es darum geht, die Gesellschaft durch die Restauration traditioneller Werte vor politischem Verfall, vor damit verbundener Auflosung des moralischen Wertesystems und vor Orientierungslosigkeit zu bewahren. Die Komodiendichtung eroffnet somit in der Dichtungsgeschichte eine neue Dimension: Sie kann als sozial bestimmte asthetische Strategie einer Utopie gesehen werden, die durch die Wiederbelebung alter Traditionen Barrikaden gegen Werteschwund und Orientierungslosigkeit errichten will.
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