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자료유형
학술저널
저자정보
(성균관대학교)
저널정보
한국독어독문학회 독어독문학(구 독일문학) 독어독문학 제50권 제1호
발행연도
수록면
95 - 119 (25page)

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Die vorliegende Arbeit will Rilkes Asthetik der Abstraktion in seinen Briefen uber Cezanne herausarbeiten und abstrakte Gestaltung in seinen Neuen Gedichten nachweisen. In den Briefen uber Cezanne werden vier asthetische Kernpunkte bezuglich der Abstraktion herausgearbeitet. 1. Durch die Asthetik der Armut und die Sachlichkeit wird postuliert, alle Wissen, jegliche Subjektivitat und Vorurteil auszuschalten und auf die Souveranitat des Schaffenden zu verzichten. Damit soll das Einmischen konventioneller, obsoleter Bedeutungszusammenhange in das Machen des Kunstwerks vermieden werden. Bei aller strengen Objektivitat spielt die Liebe bei Rilke wie auch das temperament bei Cezanne eine große Rolle - was aber ein Moment der Kreativitat ins Werk hineinbringt. das die Dinge aus ihrem alltaglichen, gewohnten Zusammenhang herausnimmt und in ein neues, fremdes Millieu einfugt. 2. Durch die Autonomisierung der Farben als die wichtigste Errungenschaft der modernen Malerei wie die Interaktion zwischen Farben wird die Emanzipation des Materials bzw. der Gestaltungsmittel betont. Fur Rilke sei die Malerei die “Angelegenheit der Farben untereinander” und “ihr Verkehr untereinander”. Hier klingt ein semiotischer Ansatz an: Das Zeichensystem besteht aus den Beziehungen (bzw. den Differenzen) zwischen den Zeichen, erst dadruch konstituiert sich jegliche Bedeutung. Es geht um die Farbtextur, die die traditionelle feste Relation von Ding und Farbe in Frage stellt und damit die Referenzproblematik aufschein lasst. 3. Cezanne evoziert den Raum mit zweidimensionalen Dimensionen, Horizontale und Vertikale. Seine flachenhafte Raumkonzeption, seine Angleichung der Dinge an zweidimensionale Bildflache und Polyperspektivik kundigen alle entschieden die Zentralperspektive auf und bewirken eine Suspendierung der illusionistischen Darstellung der Gegenstande in ihrer raumlichen Gestalt. 4. Cezannes “Realisation” wird von Rilke als “Dingwerdung” ubersetzt, was Cezannes Strebung genau trifft. Sie erfolgt in zwei Stufen: Zuerst wird der Gegenstand, in abstrakten Sehdaten (tachs, plans, tons, nuances) zerlegt, de-formiert und sodann aufgrund der Umwandlung der Sehdaten in bildliche Aquivalente nach einer koloristischen Ordnung re-komponiert, namlich neu geschaffen. Diese Kernpunkte werden exemplarisch an drei Gedichte aus der Neuen Gedichte anderem Teil nachgewiesen. Das Gedicht Auswanderer-Schiff exemplifiziert die Emanzipation des Materials. Es inszeniert den Farbkontrast, zuerst den Anprall der Orange gegen das Blau, der sodann zu dem von Orange und Grau bzw. Schwarz variiert wird. Zugleich erzielt Rilke die dichterische Materialitat durch die Komposition der Vokalklange als akustischer Aquivalente zu den visuellen Farbwerten. Dem visuellen Kontrast von Farben korrespondiert akustisch der Gegensatz von hellen und dunklen Klangen, namlich /e/, /ei/, /u/ vs. /a/, /au/, /u/, /o/. Im Gedicht Persisches Heliotrop wird die Textur der Wortrelationen gegen das Symbol ausgespielt. Das Symbol beruht auf einer kulturell uberlieferten Kollektivgewohnheit oder Ubereinstimmung, wobei die Bedeutung vorgegeben ist. Hingegen stehen bei textueller Struktur der Sprachzeichen Worte durch ihren Klang, Rhythmus und ihre Isotopiebildung in der Beziehung von Parallelismus oder Opposition zueinander stehen. Der Sprecher empfiehlt die textuelle Struktur, die vom Heliotrop verkorpert wird. Das Gedicht Die Parke I schafft mit vertikalen und horizontalen Bewegungen der Parke einen eigenen Raum. Die extrem vereinfachten und stilisierten Bewegungen der Parke entziehen sich vollig der empirischen Realitat und verfremden den Gegenstand betrachtlich.

Die vorliegende Arbeit will Rilkes Asthetik der Abstraktion in seinen Briefen uber Cezanne herausarbeiten und abstrakte Gestaltung in seinen Neuen Gedichten nachweisen. In den Briefen uber Cezanne werden vier asthetische Kernpunkte bezuglich der Abstraktion herausgearbeitet.1. Durch die Asthetik der Armut und die Sachlichkeit wird postuliert, alle Wissen, jegliche Subjektivitat und Vorurteil auszuschalten und auf die Souveranitat des Schaffenden zu verzichten. Damit soll das Einmischen konventioneller, obsoleter Bedeutungszusammenhange in das Machen des Kunstwerks vermieden werden. Bei aller strengen Objektivitat spielt die Liebe bei Rilke wie auch das temperament bei Cezanne eine große Rolle - was aber ein Moment der Kreativitat ins Werk hineinbringt. das die Dinge aus ihrem alltaglichen, gewohnten Zusammenhang herausnimmt und in ein neues, fremdes Millieu einfugt.2. Durch die Autonomisierung der Farben als die wichtigste Errungenschaft der modernen Malerei wie die Interaktion zwischen Farben wird die Emanzipation des Materials bzw. der Gestaltungsmittel betont. Fur Rilke sei die Malerei die “Angelegenheit der Farben untereinander” und “ihr Verkehr untereinander”. Hier klingt ein semiotischer Ansatz an: Das Zeichensystem besteht aus den Beziehungen (bzw. den Differenzen) zwischen den Zeichen, erst dadruch konstituiert sich jegliche Bedeutung. Es geht um die Farbtextur, die die traditionelle feste Relation von Ding und Farbe in Frage stellt und damit die Referenzproblematik aufschein lasst.3. Cezanne evoziert den Raum mit zweidimensionalen Dimensionen, Horizontale und Vertikale. Seine flachenhafte Raumkonzeption, seine Angleichung der Dinge an zweidimensionale Bildflache und Polyperspektivik kundigen alle entschieden die Zentralperspektive auf und bewirken eine Suspendierung der illusionistischen Darstellung der Gegenstande in ihrer raumlichen Gestalt.4. Cezannes “Realisation” wird von Rilke als “Dingwerdung” ubersetzt, was Cezannes Strebung genau trifft. Sie erfolgt in zwei Stufen: Zuerst wird der Gegenstand, in abstrakten Sehdaten (tachs, plans, tons, nuances) zerlegt, de-formiert und sodann aufgrund der Umwandlung der Sehdaten in bildliche Aquivalente nach einer koloristischen Ordnung re-komponiert, namlich neu geschaffen.Diese Kernpunkte werden exemplarisch an drei Gedichte aus der Neuen Gedichte anderem Teil nachgewiesen.Das Gedicht Auswanderer-Schiff exemplifiziert die Emanzipation des Materials. Es inszeniert den Farbkontrast, zuerst den Anprall der Orange gegen das Blau, der sodann zu dem von Orange und Grau bzw. Schwarz variiert wird. Zugleich erzielt Rilke die dichterische Materialitat durch die Komposition der Vokalklange als akustischer Aquivalente zu den visuellen Farbwerten. Dem visuellen Kontrast von Farben korrespondiert akustisch der Gegensatz von hellen und dunklen Klangen, namlich /e/, /ei/, /u/ vs. /a/, /au/, /u/, /o/.Im Gedicht Persisches Heliotrop wird die Textur der Wortrelationen gegen das Symbol ausgespielt. Das Symbol beruht auf einer kulturell uberlieferten Kollektivgewohnheit oder Ubereinstimmung, wobei die Bedeutung vorgegeben ist. Hingegen stehen bei textueller Struktur der Sprachzeichen Worte durch ihren Klang, Rhythmus und ihre Isotopiebildung in der Beziehung von Parallelismus oder Opposition zueinander stehen. Der Sprecher empfiehlt die textuelle Struktur, die vom Heliotrop verkorpert wird.Das Gedicht Die Parke I schafft mit vertikalen und horizontalen Bewegungen der Parke einen eigenen Raum. Die extrem vereinfachten und stilisierten Bewegungen der Parke entziehen sich vollig der empirischen Realitat und verfremden den Gegenstand betrachtlich.
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