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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die kritische Betrachtung der Kulturkritik Sten Nadolnys, die er in seinem Bestseller-Roman konzipiert, wobei das Augenmerk vor allem auf seinen Humanismus gerichtet wird. Das heisst bei der Analyse seiner humanistischen (Kultur-) Kritik geht es darum, ihren darin verborgenen blinden Fleck aufzuzeigen.
In der Kultur der Moderne erkennt Sten Nadolny die Gewalttatigkeit. Im Roman konzipiert er vor dem Hintergrund der westlichen modernen Industriekultur anhand seines Anti-Helden eine auf dem Humanismus basierende ‘langsame’ Welt, wahrend er die im Prinzip der Geschwindigkeit der Moderne enthaltene Gewalttatigkeit thematisiert und darstellt. Sein Humanismus nimmt dabei einen universalen Anspruch ein, indem er seinen Romanhelden, wenn auch einen historischen Englander, als einen universellen Menschen uber das Universelle reden lasst.
Was ich im vorliegenden Aufsatz aufzeigen will, ist, dass sich in diesem von Europaern als selbstverstandlich vorausgesetzten Universalismus ein blinder Fleck befindet, der nichts als den Eurozentrismus darstellt. In dem Humanismus der Langsamkeit Nadolnys ist dieses typisch eurozentrische Denken festzustellen. Diese Feststellung lasst sich aber als Fragestellung des Humanismus der europaischen Moderne, der seit dem Beginn der Moderne als allgemeingultig gelten sollte, uberhaupt verstehen: Der Angelpunkt des Diskurses uber Humanismus war und ist nicht der Mensch uberhaupt, sondern ausschließlich der westeuropaische, weiße Mensch.
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