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Das 21. Jahrhundert unserer aktuellen Moderne kann im weitesten Sinne als das Digitale Zeitalter definiert werden. Bei der Untersuchung der Entwicklungsgeschichte der Medien wird offensichtlich, dass die neue Erfindung eines Mediums die Wahrnehmungsweise der Welt und am Ende uns selbst bestimmt. Dies beobachtet man heutzutage beispielsweise in der neuen Erfindung der digitalen Fotografie. Der neue Auftritt der digitalen Fotografie am Ende des 20. Jahrhunderts verursachte eine hitzige Debatte uber die Auswirkungen dieser neuen Technologie auf die Fotografie selbst und ihre Wirkung auf die Gesellschaft. Der Grund hierfur ist die Frage, ob die ursprungliche Authentizitat der Fotografie durch das digitale Bild verloren geht. In Bezug darauf betrachte ich in meiner Arbeit unterschiedliche Aspekte dieses Diskurses anhand der These von William J. Mitchell, der These von Jay David Bolter und Richard Grusin und der These von Lev Manovich.
Die asthetische Charakteristik der digitalen Fotografie lasst sich hier grob auf drei Ebenen zusammenfassen: 1. Im Vergleich zur analogen Fotografie, die durch die Wirkung des Lichts ausgedruckt wird, charakterisiert sich die digitale Fotografie als das Bild, das durch das Zahlensystem des Computers bearbeitet wird. 2. Im Vergleich zur analogen Fotografie, die allein die wirkliche Realitat sichtbar reprasentiert, besitzt die digitale Fotografie mittels der Computertechnik auch die Fahigkeit, die virtuelle Realitat sichtbar zu machen. 3. Die digitale Fotografie ermoglicht es auch, mit Hilfe der Computertechnik die Komposition der Bilder einfacher zu bewerkstelligen.
Als konkretes Beispiel zur genaueren Betrachtung der digitalen Fotografie nehme ich in meiner Arbeit die fotografischen Werke von Andreas Gursky. Andreas Gursky gilt heute als Vertreter der modernen Fotografen in Deutschland. Seit Mitte der 1990er Jahre verwendet Gursky die Moglichkeiten der digitalen Fotografie und der computergestutzten Bildbearbeitung, um die Aussagekraft seiner Werke zu steigern. Wirklichkeit ist bei Gursky uberhaupt nur darzustellen, wenn man sie konstruiert. Diese Konstruktion von Wirklichkeit stellt er durch die Bearbeitung der digitalen Fotografie dar. Die Fotografien mit Hilfe der digitalen Technik sind bei Andreas Gursky also keine klassischen Dokumentarfotografien, mit denen die Realitat detailgenau festgehalten wird, sondern Fiktionen auf der Grundlage von Fakten.
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