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Im Zeitalter des postdramatischen Theaters gewinnt der Korper immer mehr an Bedeutung und damit auch das Tanztheater. Das deutsche Tanztheater ist aus dem Geist der studentischen Revolution von 1968 entstanden, welcher die Mitbestimmungsdebatte an den deutschen Theatern ausloste. Auf der Suche nach einer ganz neuen Art des Tanzes erfand Erich Jooss den Begriff Tanztheater. Als das Geburtsjahr des Tanztheaters gilt das Jahr 1967, ungefahr gleichzeitig mit der Urauffuhrung der ersten Stucke Pina Bauschs und Johann Kresniks. Kresnik provozierte mit seinen Agitprop-Stucken, Pina Bausch ging mit ihrer Kompanie gegen die traditionelle Tanzszene in die Offensive und begrundete das Tanztheater Wuppertal.Die Asthetik des Tanztheaters stellt sich als eine der Befreiung dar, eine Befreiung korperlicher Sinnlichkeit aus den sie kolonialisierenden gesellschaftlichen Determinierungen und Repressionen. Es strebt in Anlehnung an die epische Theatertheorie von Bertolt Brecht und den avantgardistischen Entwurf eines Theaters der Grausamkeit von Antonin Artaud eine korperzentrierte und literaturunabhangige Autonomie des Schauspiels an. Mit Theatermitteln der Montage und Verfremdung erzielt das Tanztheater im Medium des individuellen Korpers einen realitatsstiftenden und kritischen Zugang zur Gesellschaft.Die neue Ara der Schaubuhne, die 1999/2000 wiedereroffnet wurde, begann mit dem Einmarsch des Tanztheaters. Sasha Waltz ubernahm mit dem jungen Regiestar Thomas Ostermeier zusammen die Direktion der Schaubuhne.Ostermeier gab dem Tanztheater von Sasha Waltz im Programm der Schaubuhne mehr Gewicht und bezog Tanz und Korperbewegung als neues Ausdrucksmittel in seine eigenen Inszenierungen stark ein. Seit er mit Sasha Waltz die Schaubuhne ubernahm, versuchte er Schauspiel und Tanztheater produktiv zu verbinden. Dies gelang ihm erstmals mit dem Stuck <Ein Sommernachtstraum>, das er mit der Choreografin Constanza Macras zusammen inszenierte.In den Inzenierungen von Macras kann man wiederum die zeitgerechten Mittel finden, den von Ostermeier genannten neuen Realismus durch das Tanztheater herzustellen. Sie bettet die Gebardensprache in polyasthetische Ausdrucksformen ein, die gleichzeitig auf der Buhne prasentiert werden. Viele Aktionen ereignen sich simultan, die fragmentarischen Episoden geschehen parallel. Mit Ubertreibung und Uberforderung bis zum Overkill verfremdet, spitzt sie Stereotypen zu. Sie scheut sich auch nicht, Klischees uber ethnische Minderheiten als theatrales Zeichen zu verwenden. Hier kreuzen sich die Menschen im Dickicht der Stadte als ziellose und zugellose Nomaden.Das Tanztheater von Macras ist nichts anderes als eine prazise Bestandsaufnahme zeitgenossischer Metropolen, wo sich die Menschen sowohl verzweifelt als auch voller Kraft bewegen, um sich mit dem Korper gegen die Identitatslosigkeit und Gesichtslosigkeit zu behaupten. Damit ist ein Stuck <soziologisches Theater> realisiert, in dem, wie Ostermeier meinte, die Wirklichkeit um uns herum, d.h. die Wirklichkeit des menschlichen Verhaltens, in seiner ganzen Widerspruchlichkeit gezeigt wird.
Im Zeitalter des postdramatischen Theaters gewinnt der Korper immer mehr an Bedeutung und damit auch das Tanztheater. Das deutsche Tanztheater ist aus dem Geist der studentischen Revolution von 1968 entstanden, welcher die Mitbestimmungsdebatte an den deutschen Theatern ausloste. Auf der Suche nach einer ganz neuen Art des Tanzes erfand Erich Jooss den Begriff Tanztheater. Als das Geburtsjahr des Tanztheaters gilt das Jahr 1967, ungefahr gleichzeitig mit der Urauffuhrung der ersten Stucke Pina Bauschs und Johann Kresniks. Kresnik provozierte mit seinen Agitprop-Stucken, Pina Bausch ging mit ihrer Kompanie gegen die traditionelle Tanzszene in die Offensive und begrundete das Tanztheater Wuppertal.Die Asthetik des Tanztheaters stellt sich als eine der Befreiung dar, eine Befreiung korperlicher Sinnlichkeit aus den sie kolonialisierenden gesellschaftlichen Determinierungen und Repressionen. Es strebt in Anlehnung an die epische Theatertheorie von Bertolt Brecht und den avantgardistischen Entwurf eines Theaters der Grausamkeit von Antonin Artaud eine korperzentrierte und literaturunabhangige Autonomie des Schauspiels an. Mit Theatermitteln der Montage und Verfremdung erzielt das Tanztheater im Medium des individuellen Korpers einen realitatsstiftenden und kritischen Zugang zur Gesellschaft.Die neue Ara der Schaubuhne, die 1999/2000 wiedereroffnet wurde, begann mit dem Einmarsch des Tanztheaters. Sasha Waltz ubernahm mit dem jungen Regiestar Thomas Ostermeier zusammen die Direktion der Schaubuhne.Ostermeier gab dem Tanztheater von Sasha Waltz im Programm der Schaubuhne mehr Gewicht und bezog Tanz und Korperbewegung als neues Ausdrucksmittel in seine eigenen Inszenierungen stark ein. Seit er mit Sasha Waltz die Schaubuhne ubernahm, versuchte er Schauspiel und Tanztheater produktiv zu verbinden. Dies gelang ihm erstmals mit dem Stuck <Ein Sommernachtstraum>, das er mit der Choreografin Constanza Macras zusammen inszenierte.In den Inzenierungen von Macras kann man wiederum die zeitgerechten Mittel finden, den von Ostermeier genannten neuen Realismus durch das Tanztheater herzustellen. Sie bettet die Gebardensprache in polyasthetische Ausdrucksformen ein, die gleichzeitig auf der Buhne prasentiert werden. Viele Aktionen ereignen sich simultan, die fragmentarischen Episoden geschehen parallel. Mit Ubertreibung und Uberforderung bis zum Overkill verfremdet, spitzt sie Stereotypen zu. Sie scheut sich auch nicht, Klischees uber ethnische Minderheiten als theatrales Zeichen zu verwenden. Hier kreuzen sich die Menschen im Dickicht der Stadte als ziellose und zugellose Nomaden.Das Tanztheater von Macras ist nichts anderes als eine prazise Bestandsaufnahme zeitgenossischer Metropolen, wo sich die Menschen sowohl verzweifelt als auch voller Kraft bewegen, um sich mit dem Korper gegen die Identitatslosigkeit und Gesichtslosigkeit zu behaupten. Damit ist ein Stuck <soziologisches Theater> realisiert, in dem, wie Ostermeier meinte, die Wirklichkeit um uns herum, d.h. die Wirklichkeit des menschlichen Verhaltens, in seiner ganzen Widerspruchlichkeit gezeigt wird.
Im Zeitalter des postdramatischen Theaters gewinnt der Korper immer mehr an Bedeutung und damit auch das Tanztheater. Das deutsche Tanztheater ist aus dem Geist der studentischen Revolution von 1968 entstanden, welcher die Mitbestimmungsdebatte an den deutschen Theatern ausloste. Auf der Suche nach einer ganz neuen Art des Tanzes erfand Erich Jooss den Begriff Tanztheater. Als das Geburtsjahr des Tanztheaters gilt das Jahr 1967, ungefahr gleichzeitig mit der Urauffuhrung der ersten Stucke Pina Bauschs und Johann Kresniks. Kresnik provozierte mit seinen Agitprop-Stucken, Pina Bausch ging mit ihrer Kompanie gegen die traditionelle Tanzszene in die Offensive und begrundete das Tanztheater Wuppertal.Die Asthetik des Tanztheaters stellt sich als eine der Befreiung dar, eine Befreiung korperlicher Sinnlichkeit aus den sie kolonialisierenden gesellschaftlichen Determinierungen und Repressionen. Es strebt in Anlehnung an die epische Theatertheorie von Bertolt Brecht und den avantgardistischen Entwurf eines Theaters der Grausamkeit von Antonin Artaud eine korperzentrierte und literaturunabhangige Autonomie des Schauspiels an. Mit Theatermitteln der Montage und Verfremdung erzielt das Tanztheater im Medium des individuellen Korpers einen realitatsstiftenden und kritischen Zugang zur Gesellschaft.Die neue Ara der Schaubuhne, die 1999/2000 wiedereroffnet wurde, begann mit dem Einmarsch des Tanztheaters. Sasha Waltz ubernahm mit dem jungen Regiestar Thomas Ostermeier zusammen die Direktion der Schaubuhne.Ostermeier gab dem Tanztheater von Sasha Waltz im Programm der Schaubuhne mehr Gewicht und bezog Tanz und Korperbewegung als neues Ausdrucksmittel in seine eigenen Inszenierungen stark ein. Seit er mit Sasha Waltz die Schaubuhne ubernahm, versuchte er Schauspiel und Tanztheater produktiv zu verbinden. Dies gelang ihm erstmals mit dem Stuck <Ein Sommernachtstraum>, das er mit der Choreografin Constanza Macras zusammen inszenierte.In den Inzenierungen von Macras kann man wiederum die zeitgerechten Mittel finden, den von Ostermeier genannten neuen Realismus durch das Tanztheater herzustellen. Sie bettet die Gebardensprache in polyasthetische Ausdrucksformen ein, die gleichzeitig auf der Buhne prasentiert werden. Viele Aktionen ereignen sich simultan, die fragmentarischen Episoden geschehen parallel. Mit Ubertreibung und Uberforderung bis zum Overkill verfremdet, spitzt sie Stereotypen zu. Sie scheut sich auch nicht, Klischees uber ethnische Minderheiten als theatrales Zeichen zu verwenden. Hier kreuzen sich die Menschen im Dickicht der Stadte als ziellose und zugellose Nomaden.Das Tanztheater von Macras ist nichts anderes als eine prazise Bestandsaufnahme zeitgenossischer Metropolen, wo sich die Menschen sowohl verzweifelt als auch voller Kraft bewegen, um sich mit dem Korper gegen die Identitatslosigkeit und Gesichtslosigkeit zu behaupten. Damit ist ein Stuck <soziologisches Theater> realisiert, in dem, wie Ostermeier meinte, die Wirklichkeit um uns herum, d.h. die Wirklichkeit des menschlichen Verhaltens, in seiner ganzen Widerspruchlichkeit gezeigt wird.
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